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Erfolg mit einfachem, aber genialem Konzept

Wiesbadener Tagblatt, 4. Mai 2001

Sebastian Köster Preisträger bei Wettbewerb Sebastian Köster kennt die Probleme aus eigener Erfahrung. Denn bevor der Wiesbadener sich dazu entschloss, an der Katholischen Fachhochschule in Mainz den Studiengang „Pflegemanagement“ zu wählen, war er Pflegedienstleiter in einem Altenheim. „Der Austausch von Informationen über Computer und die Vernetzung untereinander gewinnt m Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung“, ist der 33-jährige überzeugt. Dank dieser Überzeugung gehören Köster und sein Kommilitone Johannes Palm (34) aus Andernach immerhin zu den 88 besten Teilnehmern des vom Bundeswirtschaftsministerium ausgeschriebenen Gründerwettbewerbs Multimedia 2000. Die Preisverleihung fand jüngst in Berlin statt. Dabei konnte sich das Forscher-Duo über 10 000 Mark freuen. Köster, der sich nach seiner Diplom-Prüfung in diesem Jahr gemeinsam mit seinem Partner selbständig machen möchte, ist guter Dinge, das ihr Konzept – das im Gegensatz zu vielen anderen auf reine Inhalte abgestellt und keinesfalls techniklastig sei – sich durchsetzen wird. Es gehe im Prinzip darum, Informationen im Gesundheitswesen auszutauschen, um die Effizienz zu steigern, somit Kosten zu sparen und die Qualität zu steigern, umschreibt Köster das einfache aber geniale System, von dem er und sein Partner gleichwohl keine Details verraten wollen. Sonst könnte jemand das Projekt allzu leicht kopieren, fürchten die beiden. Das ihr „Netzwerk“ sich auch europaweit durchsetzen wird, Köster hat da kaum Zweifel. Schließlich baue die EU auch im Gesundheitswesen langsam die Grenzen ab. Der Kostendruck auf die Krankenhäuser nehme zu. Die Bundesrepublik liege bei den Kosten nach den USA ganz oben, bei der Leistung hingegen im Mittelfeld auf Platz 35. An der Spitze stehe Frankreich, sagt Köster und sieht eine „spannende Phase im Gesundheitswesen“ auf uns zukommen. Noch sind Palm und Köster auf der Suche nach Geldgebern zur Umsetzung des Konzeptes. Der Preis ist übrigens gebunden an die wissenschaftliche Begleitung des Projektes, um zu sehen, was daraus wird. Jedenfalls hat sich laut Köster ein hoher Prozentsatz der Preisträger der vergangenen Wettbewerbe erfolgreich selbständig gemacht. So wie Köster und Palm demnächst auch.